Ausgabe 3/2023

Jahresversammlung des Quartiervereins Tribschen-Langensand

Rund 100 Mitglieder trafen sich am 12. Mai im Pfarreisaal St. Anton zur ordentlichen Jahresversammlung des Quartiervereins. Nebst der Abstimmung über diverse Geschäfte standen Neuwahlen an. Mit Hildegard Küng verabschiedete sich ein "Urgestein" und das langjährige Gesicht der Tripsche Zytig aus dem Vorstand.

 

von Fredy Zurkirchen, Redaktion

 

 Entgegen der langjährigen Praxis begann die Veranstaltung mit dem Gastreferat und der eigentlichen GV. Das traditionelle Nachtessen wurde erst später serviert. «Damit wollen wir dem gemütlichen Teil des Zusammenseins etwas mehr Luft gönnen», erklärte Präsident Urs Cattani. In gewohnt lockerer Art führte er speditiv durch die Traktanden. 

 

«Das freiwillige lokale Engagement ist wichtig und liegt uns sehr am Herzen.»

Auch dieses Jahr konnte der Quartierverein verschiedene Gäste begrüssen: Quartierpolizist Daniel Zemp, Martin Scherrer, Präsident des Dachverbands der Luzerner Quartiervereine, und Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula, der die Grüsse des Stadtrats überbrachte. In seinem Referat ging er auf den Stand der Neugestaltung der Tribschenstrasse ein. Allzu viel Definitives lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt dazu noch nicht sagen. Die Inputs der Quartierbevölkerung flossen in das Gestaltungskonzept ein, welches derzeit konkretisiert wird. Der Abschluss ist im Herbst 2023 zu erwarten. Dann soll ein Informationsaustausch mit der Quartierbevölkerung stattfinden. Der ganze Prozess sei sehr komplex, da eine Vielzahl von Ansprüchen und Sachzwängen miteinander abgestimmt werden müssen. «Man habe das Ganze etwas unterschätzt», so Adrian Borgula selbstkritisch. Ein besonderes Anliegen war ihm, sich bei den Mitgliedern des Quartiervereins für ihr lokales Engagement zu bedanken. «Die Freiwilligenarbeit in den Quartieren unserer Stadt liegt der Stadtregierung sehr am Herzen», versicherte er dem Publikum.

 

In seinem Jahresbericht liess Urs Cattani die Highlights des letzten Vereinsjahres kurz Revue passieren: Jassmeisterschaft, erfolgreiche erstmalige Durchführung des Clean-up Day (unserer «Quartierputzete»), Herbstausflug zu den VBL und ins Treibhaus und die Einladung vom Samichlaus vom Bireggwald zum «Tag des offenen Waldes». Dieser zieht immer mehr Kinder und Eltern an.

 

Jahresbericht und Jahresrechnung wurden einstimmig genehmigt und der Vorstand entlastet. Nichts ändert sich bei den Jahresbeiträgen für die Mitglieder: diese bleiben bei CHF 15 für Einzel- und CHF 30 für Familien und Firmenmitglieder.

 

Der Vorstand erkennt bei der Gewinnung von Neumitgliedern unausgeschöpftes Potential. Unser Quartier wächst stark und zählt mittlerweile rund 12'000 Bewohner:innen. Demgegenüber stagnieren die Mitgliederzahlen bei rund 650. Der Vorstand wird sich dieses Jahr dem Thema annehmen. Gleichzeitig bittet er alle Mitglieder, in ihrem Umfeld auf den Quartierverein aufmerksam zu machen und für diesen zu werben.

 

Abschiede schmerzen etwas weniger, wenn Neues dazukommt

Die Vereinsversammlung wählte den Vorstand und seinen Präsidenten Urs Cattani für weitere zwei Jahre. Nicht mehr zur Wiederwahl angetreten war Hildegard Küng. «16 Jahre Vorstandsarbeit reichen. Ich will neuen Kräften Platz machen und - natürlich freue ich mich auch auf eine Zeit mit weniger Terminen und fixen Verpflichtungen.» Mit Hildegard verliert der Quartierverein das langjährige Gesicht der Tripsche Zytig. Wie niemand sonst hat sie diese über viele Jahre geprägt und mit grosser Freude und viel Charme weiterentwickelt. Urs Cattani’s amüsante Schilderung, wie die beiden vor Jahren im Wohnzimmer sitzend die einzelnen Artikel zurechtschnipselten und zusammenklebten erntete im Publikum Schmunzler und Gelächter.

 

Der Quartierverein konnte dieses Jahr gleich zwei neue Mitglieder in den Vorstand wählen.

 

Silvia Casanova übernimmt neu die Administration und kümmert sich interimistisch auch um die Finanzen des Vereins. Somit kann eine wichtige Lücke geschlossen werden. Die 54-Jährige führt ihr eigenes Geschäft und bietet Privaten und Unternehmen vielfältige Bürodienstleistungen an: fix, im Teilpensum oder auf Zeit. Viermal im Winter organisiert sie zudem die «Luzerner Tavolata», bei der sie fremde Menschen zu sich nach Hause zum Essen einlädt. «Im Sommer aber zieht es mich raus, da mag ich nicht den ganzen Tag kochen.» Dann ist sie stattdessen beim Segeln, auf dem Töff oder in den Bergen anzutreffen.

 

Pascal Marfurt, 1986, ist in Luzern aufgewachsen und wohnt mit seiner sechsköpfigen Familie im Schönbühl-Quartier. Sein beruflicher Lebensweg führte ihn zunächst in die Welt der Technik. Nach seinem Hochschulabschluss arbeitete er während mehreren Jahren im Projektmanagement und wechselte anschliessend ins Key Account Management. Heute ist er selbständig als Coach und Berater tätig. Er wird beim Quartierverein zusammen mit Michael Hofmann vor allem für die Organisation und Durchführung von Anlässen zuständig sein. «Da werden wir von seiner Macher-Natur und seiner Freude, neue Ideen anzugehen, sehr profitieren können», freute sich Urs Cattani.

 

Neue Vereinsaktivitäten

Der Quartierverein will zukünftig verstärkt auch Familien ansprechen. «Wir schätzen unsere älteren Mitglieder sehr. Ihre Treue sorgt für Stabilität im Verein und ich kenne die meisten seit vielen Jahren persönlich. Gleichzeitig müssen wir aber auch an unsere Zukunft denken», bringt es Urs Cattani auf den Punkt.

 

Schon in diesem Herbst lanciert der Quartierverein zusammen mit der Quartierarbeit und dem Eltern-Kind-Verein TRILA das Projekt «Offene Sporthalle», ein neues Angebot speziell für Familien und Jugendliche. Aber auch für ältere Semester wird es im Veranstaltungskalender des Quartiervereins weiterhin Angebote geben, wie bspw. den Herbstausflug. Der genaue Zeitpunkt wird noch mitgeteilt.

 

Die Kosten für das Nachtessen wurden übrigens dieses Jahr grosszügigerweise von den ewl luzern übernommen. Dies als kleine Wiedergutmachung für die im Quartier durch die Wasserverunreinigung vom letzten Juli entstandenen Aufwände.