Ausgabe 2/2023

Eintauchen in Wagners Welt

 

von Fredy Zurkirchen, Redaktion 

 

Die Besucher werden Ende April bei der Saisoneröffnung des Richard Wagner Museums eine völlig neue Dauerausstellung antreffen. Die Räume im EG werden derzeit vollständig umgestaltet und in den Zustand versetzt, wie er hier zu Zeiten Wagners auf Tribschen vermutet wird. «Obwohl wir nicht jedes Detail nachbilden können – dafür fehlt uns schlicht das Budget – wollen wir uns in den Farben, Textilien und der Einrichtung stark an Wagners Zeit anlehnen», verrät die Museumsleiterin Monika Sigrist. Als Wagner 1866 in die Villa einzog, liess er sie nach seinem Geschmack umgestalten. Er liess die Räume im damals aktuellen Stil des Historismus herrichten. Das bedeutet viel Stoff, Farbe und dunkles Holzwerk. «Unsere Gäste werden in die Wohnung der Familie Wagner eintreten und ihre spannende Geschichte in Tribschen atmosphärisch wie akustisch erleben können. Nebst der neuen Einrichtung wird es auch einen Audioguide geben». 

Das Museumsteam hatte den Umbau seriös vorbereitet. Tagebücher von Cosima und Richard Wagner, Briefe an den Bayern-König und Wagner-Förderer Ludwig, Gästebeschreibungen aus Wagners Zeit, alte Fotos und Bilder wurden recherchiert. Zusätzlich wurden an ausgewählten Stellen von der begleitenden Restauratorin Liselotte Wechsler auch Schichten freigelegt, um frühere bauliche Zustände bzw. die verschiedenen Epochen der Raumgestaltungen zu belegen.

 

Alles lässt sich aber nie vorhersagen. 

«Während den Arbeiten stiessen wir auf einige Überraschungen, die uns freuten, aber auch vor Herausforderungen stellten und zum Umplanen zwangen.» Beim Ablösen der Tapete im Musikzimmer entdeckte man eine grüne Bemalung, die noch aus der Zeit stammt, als die Eigentümerfamilie von Rhyn das Haus als Sommerresidenz nutzte. Das war um 1800, also bevor Wagner hier einzog. Um diese zu erhalten, wird statt einer Papiertapete neu eine Textilbespannung verwendet.

«Auch im Treppenhaus wurden wir überrascht. Die Denkmalpflege liess weitere Sondierungen machen. Und so stiess man auf eine grossflächige Bemalung, die mit Sicherheit Richard Wagner anbringen liess», fügt Monika Sigrist an. Diese wird jetzt in aufwändiger Kleinarbeit freigelegt. Das Freilegen der gesamten Fläche wird nicht möglich sein. Mindestens kann man sich aber vorstellen, wie das Treppenhaus aussah und sich farblich daran orientieren.

 

Tag der offenen Tür
Das "neue" Richard Wagner Museum öffnet seine Türen am Sonntag, 23. April 2023. "Es wird einen Tag der offenen Tür geben», meint Monika Sigrist. «Wir arbeiten am Detailprogramm. Ich empfehle allen Interessierten, vor dem Besuch noch schnell unsere Homepage zu checken.» Dort wird auch das neue Veranstaltungsprogramm publiziert. 

 

Viele Fotos und interessante Details über die Umbauarbeiten inklusiv Zeitraffer gibt es auf dem Instagram Account des Museums. Den Link findet man auf der Webseite